Die Serienlogistik (Inbound und Outbound)

Die Serienlogistik (Inbound und Outbound) ist ein komplexes System zur Planung, Umsetzung und Steuerung des Material- und Fertigproduktflusses, das speziell für die Massenproduktion (häufig in der Automobil- oder Maschinenbauindustrie) entwickelt wurde. Das Ziel ist es, einen reibungslosen Produktionsablauf bei minimalen Lagerbeständen zu gewährleisten. Für uns ist dies eigentlich eine 3PL-Dienstleistung, die wir unseren Kunden anbieten. Dabei ist es für uns wichtig, alle logistischen Schritte so zu bewältigen, dass der Kunde Zeit für sich selbst und sein Geschäft/seine Produktionseinheit und Entwicklung hat.

Hier ein kurzer Überblick über die Bedeutung von Inbound-/Outbound-Logistik und eine Beschreibung beider Bereiche:

1. Inbound-Logistik (Eingehende Logistik / Beschaffung)

Die Inbound-Logistik befasst sich mit allen Aktivitäten, die notwendig sind, um die benötigten Materialien, Rohstoffe und Komponenten von den Lieferanten zum Produktionswerk zu bringen. In der Serienfertigung wird Wert auf Genauigkeit und Zuverlässigkeit gelegt.

Beschaffung und Bestellung: Materialbedarfsplanung (MRP) auf der Grundlage von Produktionsplänen und Kommunikation mit Lieferanten.

Transport und Beförderung: Organisation der Materialabholung bei den Lieferanten (oft nach der Milk-Run-Methode – ein Fahrzeug holt Material von mehreren Lieferanten ab).

Wareneingang und Kontrolle: Physische Übernahme, Mengen- und Qualitätskontrolle (oft automatisiert oder beschleunigt für sogenannte JIT-Lieferungen).

Lagerung und interner Transport (In-house): Lagerung oder direkte Lieferung des Materials an die Montagelinie (Just-in-Time – JIT oder Just-in-Sequence – JIS).

Grundprinzipien von Inbound:

JIT (Just-in-Time): Das Material wird kurz vor dem Verbrauch angeliefert. Heute sehen wir eher eine vorübergehende Ersetzung durch JIC (Just-in-Case)

JIS (Just-in-Sequence): Die Teile kommen in genau der Reihenfolge an, in der sie in ein bestimmtes Produkt (z. B. Autositze) eingebaut werden.

2. Outbound-Logistik (Ausgangslogistik / Distribution)

Die Outbound-Logistik umfasst Prozesse im Zusammenhang mit dem Transport fertiger Produkte von der Produktionslinie über das Lager bis zum Endkunden oder Händler.

Versand aus der Produktion: Übernahme der fertigen Produkte, deren Kennzeichnung und Erfassung im System (WMS).

Lagerung fertiger Produkte: Vorübergehende Lagerung in einem Zwischenlager oder Distributionszentrum.

Kommissionierung und Verpackung (Picking & Packing): Zusammenstellung der Bestellungen gemäß den Kundenanforderungen.

Distribution und Transport: Routenplanung, Verladung und Lieferung (LKWs, Container, Züge).

Grundprinzipien der Outbound-Logistik:

Maximale Geschwindigkeit und Genauigkeit: Minimierung der Lagerzeit der fertigen Produkte.

Routenoptimierung: Effiziente Lieferung zur Kostensenkung.

 

Ziel

Sicherstellung einer reibungslosen Produktion

Pünktliche Lieferung an den Kunden

Wichtige Methoden

JIT/JIS, Milk-Run, SCM

Distribution, Versand

Fluss der Warenbestände

Eingehende Rohstoffe/Teile

Fertige Produkte

 

Die Rolle von Informationssystemen und Management

In der Serienlogistik sind beide Flüsse (Inbound und Outbound) durch Informationssysteme (ERP, WMS, EDI) miteinander verbunden, die eine Echtzeit-Verfolgung des Materialflusses ermöglichen, eine zeitnahe Kommunikation mit den Lieferanten gewährleisten und die Bestellprozesse automatisieren.